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SPECIAL - SPECIAL - SPECIAL - SPECIAL - SPECIAL - SPECIAL - SPECIAL - SPECIAL  "Pflege für Angehörige"

Unser aktuelles SPECIAL haben wir auf Wunsch und Nachfrage vieler Teilnehmender aus den Fifty fit – Kursen inhaltlich etwas anders gestaltet. Es geht um „Pflegebedürftigkeit“, allerdings natürlich erst mal nicht um die eigene, sondern um die von Angehörigen.
Einige von Ihnen werden sich jetzt aber fragen: „Was hat das Thema denn mit meiner Gesundheit zu tun, wenn es doch um die Pflege von Angehörigen geht? Was hat das Thema auf einer „Gesundheitsseite“ wie dieser überhaupt zu suchen?“

Aus Erfahrung weiß ich, dass die plötzliche Pflegebedürftigkeit eines oder einer Angehörigen sehr viel auch mit der eigenen Gesundheit, d.h. mit der Gesundheit der pflegenden Person zu tun hat – und das sowohl körperlich als auch psychisch.

Die erste Problematik, die sich meist ergibt, wenn Pflegebedürftigkeit entsteht, ist die der eigenen Rolle, und damit eine psychische: Das Eltern-Kind-Verhältnis dreht sich plötzlich um. Waren Sie es früher selbst, der durch die Eltern versorgt wurde, benötigen ihre Eltern diese Funktion jetzt von Ihnen. Damit ist ein weiteres psychisches Problem verbunden: das des „Schuldgefühls“. Sie arbeiten (oder wollen – unterstützt durch Qualifizierung und Fifty fit - wieder in Arbeit einsteigen), haben vielleicht selbst noch eine Familie mit Kind(ern) zu versorgen oder fühlen sich einfach körperlich oder auch seelisch gar nicht in der Lage, Ihre Angehörigen zu versorgen. Die Erfahrung in Fifty fit hat aber auch gezeigt, dass viele Teilnehmende schon gesundheitliche Risiken, besonders Rückenprobleme, mitbringen und damit rechnen müssten, dass die komplette Pflege eines anderen Menschen „Knochenarbeit“ ist, die ihre eigene Gesundheit nachhaltig schädigen kann.

Plötzlich einsetzende Pflegebedürftigkeit kann mehr als ein „Vollzeitjob“ werden. Bei einigen Erkrankungen, wie beispielsweise Demenz, kann sich der psychische und physische Gesundheitszustand so rapide verschlechtern und so massive Auswirkungen haben, dass Sie selbst nachts nicht mehr zum Schlafen kommen, weil der/die von der Krankheit Betroffene einen ganz anderen Tages-/Nachtrhythmus entwickelt. Trotz massiver Überlastung, obwohl man selbst nicht mehr kann, entstehen Gedanken wie „Den Elternteil aber in ein Pflegeheim geben, wo er doch immer so gut für Sie gesorgt hat?!“ 

Im Laufe des letzten Jahres habe ich viele Teilnehmende kennen gelernt, die bereits mit der Thematik „pflegebedürftige Angehörige“ konfrontiert waren oder kurz davor standen damit konfrontiert zu werden. Es sind überwiegend die Frauen, die sich um die Familienmitglieder kümmern, wenn diese nicht mehr in der Lage sind, es alleine bewältigen zu können.

Ganz oft erzählen mir die Teilnehmenden, dass sie selber dabei viel zu kurz kommen, wenn sie nebenbei noch den eigenen Haushalt, Kinder und den Mann zu versorgen haben. Die Teilnahme an unseren Gesundheitsangeboten ist oftmals die einzige Aussicht, etwas für sich selber tun zu können, wenigstens einmal die Woche eine Auszeit zu nehmen um sich ausschließlich um das eigene Wohlbefinden kümmern zu können. Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allen Dingen die Möglichkeit zu bekommen, die eigenen vier Wände zu verlassen und Kontakte mit anderen Menschen zu haben, einfach mal andere Gesichter zu sehen. 

Ich persönlich habe mich erst letztes Jahr zusammen mit meiner Familie mit der Thematik auseinandersetzen müssen.
Auch wir kamen um die Schuldgefühle nicht herum, die eine Entscheidung für Pflegemöglichkeiten außerhalb der eigenen Familie mit sich bringen. 

Die Überlegungen, das Abwägen des Für und Wider einer „Fremdpflege“ oder sogar die Überlegung, eine/-n Angehörigen in ein Pflegeheim zu geben, kann Ihnen niemand abnehmen. 

Wir können Ihnen aber bereits einige Wege ebnen, indem wir Ihnen in unserem aktuellen SPECIAL Adressen, Tipps und Hinweise rund um das Thema „Pflegebedürftigkeit“ zur Verfügung stellen. 

Das SPECIAL greift die Schwerpunkte dieser Thematik auf und beantwortet die folgenden Fragen:
-> Was kann man tun, um die Pflege im Anschluss an Klinikbehandlung oder im häuslichen Bereich zu gewährleisten?
-> Wer finanziert das Ganze?
-> Welche Pflegedienste etc. gibt es?
-> Was bedeutet das denn??? Beim Gespräch mit einem Pflegedienst wird man Ihnen ein Spektrum an Leistungen anbieten, das sich möglicherweise zunächst erst mal etwas unverständlich anhört. Hier finden Sie einige Begriffe, mit denen Sie konfrontiert werden, mit einer entsprechenden Erklärung. So gehen Sie gut vorbereitet ins Gespräch.
-> Was tun, wenn die häusliche Pflege nicht mehr reicht? Über einen Link erhalten Sie zusätzliche Infos über Heimunterbringung und stationäre Pflegeleistungen.

Hier geht es weiter zu...

Wir hoffen Ihnen damit einen kleinen Überblick über mögliche Anlaufstellen gegeben zu haben, um für Sie und Ihre Angehörigen Möglichkeiten der Entlastung zu erfahren.

  Haben Sie als Betroffener ein schlechtes Gewissen? 

Viele Menschen plagen in so einer Situation Schuldgefühle, doch damit sind Sie nicht alleine....

  • Überlegen Sie, ob Sie Entlastungsmöglichkeiten durch andere Familienmitglieder oder Freunde haben, die Ihnen regelmäßig die Pflege abnehmen, damit Sie auch noch Zeit für sich selbst haben. 

  • Überdenken Sie Ihre eigenen körperlichen Gegebenheiten: Wenn Sie z.B. bereits massive Rückenprobleme haben sollten, kann die Pflege eines bettlägerigen Menschen dazu führen, dass Ihre eigenen Gesundheit gefährdet wird. Damit tun Sie letztendlich ihren Angehörigen keinen Gefallen. Geschulte MitarbeiterInnen eines Pflegedienstes haben Griffe und Techniken erlernt, die auch die Gesundheit des/der Pflegebedürftigen schützen. Vielleicht ist eine Variante, die Tätigkeiten eines Pflegedienstes durch Ihre Anwesenheit zu begleiten, einfach "dabei zu sein" und damit dem Familienmitglied das Gefühl der Anwesenheit eines vertrauten Menschen zu geben. 

  • Überhaupt ist der Faktor "Zeit" ganz wesentlich: Die Qualität, nicht die Quantität macht den Unterschied. Wenn Sie sich ständig um eine/-n Pflegebedürftige/-n kümmern müssen, kann das auf Dauer so stressen, dass Sie das Gefühl haben, die/den Betroffene/-n nicht mehr ertragen zu können. Optimal ist eben hier auch eine Arbeitsteilung, bei der sich möglichst mehrere Menschen, ergänzt ggf. durch einen Pflegedienst, um den/die Pflegebedürftige kümmern und Sie die Zeit mit dem Familienmitglied dann auch gern zur Verfügung stellen. 

  • Auch Sie benötigen einmal Urlaub. Pflegebedürftigkeit kann sich aber über Jahre und Jahrzehnte ausdehnen. Denken Sie frühzeitig über Möglichkeiten nach, diese "Auszeiten" für sich nehmen zu können. Sprechen Sie - wenn es möglich ist - mit dem betroffenen Familienmitglied über das Problem und überlegen Sie gemeinsam, ob ggf. eine vorübergehende Kurzzeitpflege in einem Altenheim akzeptabel wäre oder ob für die Zeit Ihres Urlaubs jemand in Ihrer Wohnung leben und Ihre Funktion übernehmen könnte. 

  • Tagespflege in einem Altenheim ist eine gute Möglichkeit für Berufstätige. Die pflegebedürftige Person wird morgens in das Heim bebracht und abends wieder abgeholt. Das ist natürlich nicht in allen Fällen eine Lösung. Sie sollten gut überlegen, ob Sie neben eigener Berufstätigkeit eine pflegebedürftige Person können, wenn diese beispielsweise auch nachts eine intensive Betreuung benötigt und Sie nicht mehr zum Schlafen kommen. 


 

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